
Max Brod, 1884 in Prag geboren, Schriftsteller und Journalist. Im Bewusstsein der Nachwelt neigt sich die Waagschale zu einer Seite, denn der Schriftsteller etlicher Romane und Novellen ist weitgehend in Vergessenheit geraten. Ein Begriff blieb Brod uns aber nicht nur als Feuilletonredakteur, Kritiker des Prager Tagblatts oder als Mittelpunkt des „Prager Kreis“, sondern vor allen Dingen als enger Freund und Nachlassverwalter Franz Kafkas. Er erkannte dessen überragende literarische Bedeutung, setzte sich für ihn ein und verantwortete auch die erste Gesamtausgabe von Kafkas Werk. Dass Brod schon früh Romane schrieb, die große Anerkennung fanden, ist in Vergessenheit geraten. Sein weiterer Lebensweg war – wie der so vieler anderer jüdischer Künstler*innen – von Flucht und Schrecken der Nationalsozialisten geprägt. Max Brods Bücher wurden 1933 verbrannt, er floh 1939 nach Palästina und lebte bis zu seinem Tod 1968 in Tel Aviv. Ein bewegtes Leben von ungeheurer Kreativität, sowohl auf journalistischem als auch literarischem Terrain.