Nächste VorstellungMontag 07.09.2020
20.00 Uhr
Hauptbühne
Karten16,00 €, ermäßigt 8,00 €Buchen
für 07.09.2020

Das autoritäre Zeitalter des Megazorns

Sexy Theater Menschen präsentieren

Regie Anton Pleva
Musik Henrik Demcker
Dramaturgie Marvin L. T. Müller
Video Ole Jahncke
Ensemble Henrik Demcker, Michael Grötzsch, Rune Jürgensen, Marvin L. T. Müller, Anton Pleva, Roxana Safarabadi, Daniel Schütter, Ayla Yeginer

Über die Veranstaltung

Autoritarismus und Menschenfeindlichkeit bedrohen das Zusammenleben. Woher kommt dieser Zorn?
Die Theatergruppe Sexy Theater Menschen sucht in wissenschaftlichen Arbeiten aus Soziologie, Philosophie und Geschichte nach einer Welt, in der die Menschen zusammen leben wollen. Finden wir eine Sprache, die der Fremdenfeindlichkeit entgegentreten kann? Gibt es einen Ausweg aus Propagangnam Style und Money Polieren? Werden wir Megazorn besiegen?
Hass oder Liebe. Forschung am Limit.

Weitere Informationen

Weltweit ziehen fremdenfeindliche und autoritäre Themen in die Agenden demokratischer Wahlkämpfe ein. Rechte Parteien sind mittlerweile nicht nur in Parlamenten vertreten, sie stellen sogar Regierungen. Eine politische Normalitätsverschiebung nach Rechts findet nicht allein in Amerika, Brasilien und Indien statt - sie ist überall zu erkennen. Auch europäische Kernstaaten stehen unter einem enormen Druck von Rechts. Außerdem sehen Wahlkämpfe wie Kriege wissenschaftlich betriebener PR-Maschinen aus - und die Menschen darin wie Kapital in einem Spiel dass es mit allen Mitteln zu Gewinnen gilt. Wie kam es dazu? Weshalb haben rechte Positionen so einen Zulauf? Wie finden heute Wahlentscheidungen statt?

Während in „Postfaktischen Zeiten“ Unwahrheiten als legitime Kommunikationsstrategien angesehen werden, die Informationsmöglichkeiten des Internets bestehende Mythen zerstören und Social Media in ihren Filterblasen neue Narrationen schafft, während die Landnahme des Kapitals den Wettbewerb bis in die letzten privaten Räume trägt, Algorithmen des Kalten Krieges Geld aus dem Nichts schaffen und wir vor einer Ökologischen Katastrophe stehen, die mit dem Einschlag eines Kometen und der Auslöschung der Dinosaurier vergleichbar ist, werden politische Debatten immer undifferenzierter. Es entsteht das Gefühl die Menschen legen ihre Empathie ab und Kommunikation wird auf Lautstärke und Effekt reduziert. Der Wille zur Macht steht über Inhalten, der Erhalt von Wohlstandsverhältnissen über Gleichberechtigung und der „Sieg des Stammes“ über dem Miteinander mit Fremden. Warum glauben wir Schreien zu müssen, um gehört zu werden? Woraus beziehen wir unsere Fremdenfeindlichkeit? Verlieren wir die Welt wie wir sie kennen an unsere eigene Affektgesteuertheit?

Unsere Geschichte beginnt mit einer zentralen Debatte der Aufklärung: Globalisierung des Geldes oder Gleichberechtigung. Wir erzählen von der Geschichte der Demokratie und von der Geschichte der Filter der Propaganda und Manipulation, vom Kalten Krieg und der Entfesselung des Kapitalismus bis in unser heutiges Zeitalter der Digitalisierung und Autoritären Versuchungen. Auf dieser Reise hören wir von Noam Chomsky, Wilhelm Heitmeyer, Cornelia Koppetsch, Pankaj Mishra, Fabian Scheidler, Elisabeth Wehling, Shoshana Zuboff und vielen anderen. Die Sexy Theater Menschen wollen in dieser Recherchearbeit herausfinden, ob es etwas gibt, dass die Gräben des weltweiten Wettbewerbs überwinden kann, und eine Sprache finden, mit der die Menschen miteinander in die Zukunft gehen können.

Es geht um nichts Geringeres als gemeinsam dem Größten annehmbaren Problem entgegentreten zu können: Der völligen Zerstörung unseres Lebensraums. Durch uns.

In Zusammenarbeit mit dem Ernst Deutsch Theater und DEEP-Deutschland e.V.
 

Karten

16,00 €, ermäßigt 8,00 €, inkl. Garderobe und HVV

Partner

DEEP Germany

Die neue Spielzeit 2020 | 2021

Wir freuen uns auf die Eröffnung der neuen Theatersaison! Das Programm der Spielzeit 2020 | 2021 kündigen wir unter den Rahmenbedingungen an, die uns die Corona-Pandemie aufgibt. Es gilt, Abstandsregeln und Hygienevorschriften einzuhalten und Vertrauen zu schaffen, dass unser Theater auch unter diesen Voraussetzungen für unsereKünstler*innen und Besucher*innen ein guter Ort der Begegnung ist und seine besondere Kraft entfalten wird.

Mit dem Spielzeitmotto ›Achtung‹ haben wir unsere Stücke der Spielzeit in einen neuen Kontext gesetzt, denn die Achtung des anderen Menschen steht im Mittelpunkt unserer Arbeit. Hier kann das Theater Zeichen setzen für unser gesellschaftliches Miteinander. Gerade in dieser Zeit ist es wichtig, dass wir Haltung zeigen und neue Wege gehen, um für Toleranz, Vielfalt und Respekt einzutreten.

Zum Programm